Stille Stürme

Bankwesen

der rotschopf
mit dem muskelschwund
im linken arm
der über alles und nichts
lachen konnte
genehmigte sich
seinen letzten schluck
er trank ihn
neben mir
aah machte er
und das iss es
sagte er
er kippte vornüber
und wir tranken weiter
die frau mit ihren
kleinen flachen brüsten
jeder mann war ihr egal
alle mußte sie nehmen
warum nur
legte ihre hand auf
meinem knie und
sagte leise
ich liebe dich
der ander hatte ein
kindergesicht
lieblose augen
voller tod
er schaukelte im
niemandsland
ein schritt vor
und zwei zurück
kleine pupillen
großes herz
sein hund liebte ihn
immer noch
kleine kacke
arschloch
da saß auch
dieser docktor
seine frau lief fort
nur der billige rotwein
hielt ihn
zusammen
na und
auch wir
hatten nicht
einmal hüte
nur unsere hände
zum aufhalten
nur durst
einige groschen
um scheißen
zu gehen
das war dann
wie ein ordinärer
feiertag
der hinter sich gelassen
warm den buckel
hinaufsteigt
so richtig herrlich
naja

gewonnen haben wir
niemals
totlachen ging auch nicht
dafür waren unsere hände zu
klein und willenlos
nur unsere kehlen
verlangten nach mehr
und alle beschenkten uns
auf dieser bank
im vorüber gehen
warum nur
ach ja doch
wir waren ihre
seelen
manchmal sangen wir lieder
aus fahrtenbüchern
der große blonde
machte auf gott
seine hände
konnten wirklich
heilen
die andern nur
uns nicht
es gab auch andere
zeiten mit
kinderlachen
vogelgesang

mehr noch
sonnenschein
am fluß liegen
mit dem fusel in der hand
sonne auf dem bauch
schäfchenwolken
im richtigen blau
autos hupen
da sind welche
drinn
sommer eben

wie ein lokusstein
der gleichgültig
weggeschifft wird
der auf schwänze
hinaufsieht die
sich nicht
waschen
können
immer dieser geruch
der anekelt
verekelt
in gelb in grün
in blau in rosa
in flieder
wälder
tannenduft
weggepißt